Leindotter - Camelina sativa (L.) Crantz

Die Kreuzblütengewächse (Brassicaceae, auch Cruciferae), insbesondere Raps und Ölrübsen (Brassica napus L.), spielen im Ölpflanzenanbau weltweit eine entscheidende Rolle. In den letzten Jahren wird in Russland zunehmend eine alte traditionsreiche Ölpflanze angebaut – der Leindotter (Camelina sativa (L.) Crantz), der ebenfalls zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütenartigen gehört. Für die Pflanzölbranche ist der Leindotter aus zwei Gründen von großem Interesse: Zum einen weist er hohe Hektarerträge (bis 2,5 t/ha) auf, zum anderen einen hohen Öl- (36 bis 40 Prozent) und Proteingehalt (25 bis 30 Prozent).

Das Leindotteröl findet breite Anwendung in der Lebensmittelindustrie (Diätprodukte), in der Farben- und Lackindustrie (Ölfirnisproduktion), in der Seifenindustrie (Kaliseife), sowie in der Pharma- und Kosmetikindustrie (Massageöle, Naturkosmetik und Aromatherapie-Produkte). Das Leindotteröl ist reich an gesättigten Säuren, u.a. Linolen- ω-3 (36 bis 41 Prozent) sowie Linolsäure ω-6 (16 bis 20 Prozent) und zugleich relativ erukasäurearm (1,5 bis 4,2 je nach Kulturvarietät). Es enthält Tokopherole (60 bis 109 mg/%), in erster Linie aus den β- und γ- Fraktionen. Der Leindotter verfügt über ein großes Nutzungspotenzial in der Biodieselproduktion, vor allem aufgrund seines relativ hohen Gehaltes an langgestreckten Fettsäuren (Eicosan- und Erukasäuren, insgesamt 17 bis 24 Prozent), das für einen hohen Wärmewert sorgt. Der Biodiesel auf Leindotterölbasis kann in der Flugzeugkraftstoffproduktion angewendet werden.

Der Leindotter kann in unterschiedlichen Boden-Klima-Räumen angebaut werden, er benötigt keine Düngemittel und weist eine hohe Trocken- und Frostresistenz auf. Die Frühreife (deutlich früher als bei den Getreidearten) ist ein weiterer Vorteil des Leindotters. Das Institut für landwirtschaftliche Forschung Pensa ist russlandweit das einzige Forschungsinstitut, das sich mit der Selektion des Winterleindotters beschäftigt, sowie das einzige Institut im Wolgagebiet, das die Selektion des Sommerleindotters durchführt. Hier wurden die Sorten „Penzjak“ und „Kozyr´“ gezüchtet, die in sich hohe Erträge, Frostresistenz sowie eine hohe Samenqualität vereinigen, sowie die trockenresistente Sommerleindottersorte „Jubiljar“, die sich durch eine hohe Samenmasse auszeichnet (1,5 bis 2 mal höher als bei anderen Sommerleindottersorten).

Der Linolsäuregehalt im Leindotteröl aus dieser Sorten beträgt 17,6 bis 19,5 Prozent, der Linolensäuregehalt - 36,5 bis 44,0 Prozent; das Verhältnis ω-3/ω-6 liegt bei 2:1. Dieses Verhältnis wird in der Diätkost für Patienten mit hohem Cholesterinspiegel empfohlen. Der Leindotter ist genügsam in Sachen Bodenbeschaffenheit und vorherige Ackernutzung. Allerdings sollte man beim Leindotteranbau die Besonderheiten einer kleinsamigen Pflanze berücksichtigen, insbesondere das langsame Wachstum in der ersten Phase, wenn die Pflanze leicht von Unkräutern überholt werden kann. Daher sind für den Leindotter diejenigen Bodenflächen zu bevorzugen, die zuvor brachgelegt bzw. für den Anbau von Wintergetreide, Hülsenpflanzen, Hackfrüchten oder mehrjährigen Gräsern genutzt wurden. Die optimale Aussaatzeit reicht im mittleren Wolgagebiet vom 26. April bis 10 Mai für den Sommerleindotter sowie vom 25. August bis 10. September für den Winterleindotter. Die Aussaatnorm liegt beim Ausdrillen bei 8 bis 9 Millionen keimfähige Samen pro Hektar (10 bis 15 kg/ha).


  • Leindotteröl eignet sich hervorragend als Beimischung für Biokraftstoffe.
  • Leindotteröl kann verwendet werden als Einzelkraftstoff.
  • Leindotteröl wird erprobt in der Herstellung von Flugzeugtreibstoff.
  • Leindotteröl ist ideal für die Verwendung als Schmierstoff im Biokraftstoffbereich.
  • Leindotteröl ist auf Grund seiner α-Linolensäuregehalts für die Herstellung von Farben- und Lacken geeigent.
  • Leindotteröl wird bereits verwendet in der Kosmetikindustrie.
  • Leindotteröl ist nicht zuletzt ein hochqualitatives Speiseöl, welches durch seinen hohen Anteil an Omega2 und Omega3 Fettsäuren auch Fischöl genannt wird.